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Hier finden sich alte Pressemitteilungen, Stellungnahmen und weitere Informationen.

5. November 2012

Ausbeutung Beenden – Ausbildungsreform jetzt!

Am Mittwoch den 14.11.2012 werden bundesweit Demonstrationen für eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen stattfinden. So werden u. a. in Berlin, Köln, Münster, Bremen, Hamburg, Frankfort, Heidelberg, München Studierende, PiA und Psychotherapeuten auf die Straße gehen, um für bessere Ausbildungsbedingungen zu demonstrieren.
 
Während der Ausbildung verrichten jährlich tausende PiA im Rahmen ihrer sogenannte „praktische Tätigkeit“ in einer psychiatrischen Einrichtung essentielle Aufgaben der psychotherapeutischen Versorgung wie psychologische Diagnostik oder Einzel- und Gruppentherapien. Es handelt sich bei den PiA um Diplom-PsychologInnen und -PädagogInnen, also um hoch qualifizierte Arbeitskräfte mit Hochschulabschluss. Bezahlt wird die Arbeit der PiA in den meisten Fällen allerdings nicht! Bis heute ist es den Kliniken selbst überlassen, zu entscheiden, ob sie die PiA überhaupt bezahlen wollen.
 
Außerdem herrscht durch die Umsetzung der Bologna-Reform bei der Zulassung zur Ausbildung ein föderales Chaos. Viele Studierende wissen nicht mehr, ob ihr Studiengang eine Eingangsqualifikation bietet. Darüber hinaus werden inzwischen in vielen Bundesländern Bachelorabsolventen zur Ausbildung zum Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten zugelassen, obwohl es für eine geringere Eingangsqualifikation keine fachliche Rechtfertigung gibt und dies die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verschlechtern könnte. Diese Missstände müssen behoben werden!

In Münster wird am 14.11.2012 ab 13 Uhr eine Demonstration in der Innenstadt stattfinden, Treffpunkt ist der Hauptbahnhof. Um 14 Uhr wird es eine Kundgebung an der Lambertikirche geben. Ab 15 Uhr startet ein Fahrradkorso am Hauptbahnhof zum Wahlkreisbüro von Daniel Bahr.

In Köln wird am 14.11.2012 ab 13 Uhr eine Demonstration am Dom stattfinden. Sie wird vom PiA-Netz Rheinland organisiert.

Wir rufen alle PiA, alle PsychotherapeutInnen und alle an der Thematik interessierten Personen auf, ihren Protest über die skandalösen Bedingungen während der Praktischen Tätigkeit zum Ausdruck zu bringen.  Über jede kreative Protestform in Form von Transparenten und alles, was Lärm macht (Pfeifen, Tröten, Rasseln etc.) freuen sich die Organisatoren natürlich ganz besonders! Für Flyer, Plakate, Buttons und Aufkleber wird vor Ort gesorgt.

24. September 2012

Bundeskonferenz PiA fordert Missstände zu beheben

Bereits seit mehreren Jahren ist die Reform der Psychotherapieausbildung überfällig. Das stellte die 7. Bundeskonferenz der Psychotherapeuten in Ausbildung (Bundeskonferenz PiA) am 25. September 2012 in Berlin fest. „Obwohl die Probleme seit Jahren bekannt sind, hat der Gesetzgeber bis jetzt nicht reagiert“, erklärte Robin Siegel, wiedergewählter Sprecher der Bundeskonferenz PiA.

Die beiden größten Missstände hat die Bundeskonferenz PiA bereits in einem Brief gegenüber Bundesminister Bahr aufgeführt: Erstens werde die klinische Arbeit während der Praktischen Tätigkeit der PiA nach wie vor schlecht oder gar nicht bezahlt, obwohl eine qualitativ hochwertige Arbeit durchgeführt und eine exzellente Qualifikation erworben wird. Zweitens sei nach der Umstellung der Studiengänge auf die Bachelor- und Mastersystematik nicht mehr klar, was angehende Psychotherapeuten an einer Universität oder Fachhochschule studieren müssen, um zu einer postgradualen Psychotherapeutenausbildung zugelassen zu werden. Darüber hinaus reicht in vielen Bundesländern ein Bachelorabschluss in Sozialpädagogik, um zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten zugelassen zu werden.

„Aus unserer Sicht gibt es für eine niedrigere Eingangsqualifikation zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten keine nachvollziehbare inhaltliche Begründung. Es wäre auch niemals denkbar, dass Fachärzte der Kinderheilkunde über eine geringere Qualifikation verfügen dürften, als Fachärzte der Allgemeinmedizin. Sollte die aktuelle Regelung noch länger Bestand haben, könnte dies zu einer massiven Verschlechterung der psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen führen.“, so PiA-Sprecher Siegel. „Die Bundeskonferenz PiA fordern die Politik auf, die lange bekannten Missstände so schnell wie möglich zu beheben.“

Die Bundeskonferenz PiA ist das Treffen der Landessprecher der Psychologischen Psychotherapeuten in Ausbildung und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Ausbildung. Robin Siegel aus Nordrhein-Westfalen wurde in seinem Amt als Sprecher der Bundeskonferenz PiA bestätigt. Marty Auer (Brandenburg) und Sandra Laudor (Bremen) wurden als stellvertretende Sprecherinnen gewählt.

Für die Bundeskonferenz PiA,

Marty Auer, Sandra Laudor, Robin Siegel

Protokoll_7_Bundeskonferen_PiAend.pdf
Anlage_1_Brief_an_Bundesgesundheitsminister_Bahr.pdf

20.Juni.2012

10. PiA-Forum tagte in Bielefeld

Am Sonntag, dem 03. Juni 2012, tagte in Bielefeld zum nun mehr zehnten Mal das PiA-Forum NRW, bei dem sich halbjährlich die Sprecher der Psychologischen PsychotherapeutInnen sowie Kinder- und JugendlichentherapeutInnen in Ausbildung (PiAs) treffen. Ziele sind Austausch und Meinungsbildung zu berufspolitischen Themen, die durch die Landessprecher gegenüber Landespsychotherapeutenkammer (LPtK) und Politik vertreten werden, um die Interessen der rund 1200 PiAs in NRW zu vertreten.
 
Inhaltliche Diskussionsschwerpunkte des Forums waren zum einen die inhaltichen und strukturellen Bedingungen der Psychotherapieausbildung, v.a. der Praktischen Tätigkeit, die 1200 Arbeitsstunden in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Klinik umfasst. Die InstitutssprecherInnen erneuerten die Forderungen nach einer angemessenen Vergütung der praktischen Tätigkeit. Darüberhinaus sprachen sich die Mitglieder des Forums für die Etablierung dringend notwendiger Qualitätsstandards aus, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu gewährleisten; hierzu zählen angemessene Einarbeitungszeiten, regelmäßige und fachkundige Supervision sowie eine Begrenzung der Anzahl der gleichzeitig zu behandelnden Patienten. Die bestehenden strukturellen und inhaltlichen Bedingungen der praktischen Tätigkeit sind aus Sicht der InstitutssprecherInnen nicht akzeptabel und eine fachlich hochwertige praktische Ausbildung des psychotherapeutischen Nachwuchses in den Kliniken kann so nicht gewährleistet werden.
 
Auch wurde die (berufs-)politische Debatte zur Ausbildungsreform reflektiert. Die InstitussprecherInnen forderten die dringend notwendige Klärung der Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung durch die politischen Parteien. Aus Sicht des PiA-Forums NRW qualifiziert nur ein Master-Abschluss für die Ausbildung. Die InstitussprecherInnen äußerten die Sorge um eine "Verwässerung" des fachlichen Standards der psychotherapeutischen Ausbildung in Deutschland.
 
Die InstitutssprecherInnen begrüßten ausdrücklich die in letzter Zeit zahlreich neugegründeten PiA-Initiativen. Das PiA-Forum NRW regte eine konstruktive Zusammenarbeit und Vernetzung der unterschiedlichen Initiativen und Aktionen an, um gemeinsamen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen.
 
Als Sprecher wurde Robin Siegel in seinem Amt bestätigt. Als stellvertretende SprecherInnen wurden Friederike Andernach und Sara Scharmanski neu in die Ämter gewählt. Felix Jansen stellte sich nicht mehr zur Wahl, da er erfolgreich seine Ausbildung beenden konnte. Das PiA-Forum NRW bedankt sich bei Felix Jansen für die erfolgreiche und konstruktive Arbeit der vergangenen Jahre. Auch Johannes Geuter stand aufgrund beruflicher Belastungen für ein Sprecheramt nicht mehr zur Verfügung, wird seine engagierte Arbeit als Mitglied des Sprechergremium jedoch fortsetzen. Darüber hinaus wurde das beratende Sprechergremium neu besetzt, so dass den neuen Sprechern eine breite, inhaltliche Unterstützung zur Seite gestellt ist. Auch freut sich das PiA–Forum, den Institutsvertreter des ersten Instituts für systemische Psychotherapie in NRW im Sprechergremium begrüßen zu dürfen.
 
Das nächste PiA-Forum NRW wird vorraussichtlich am 11.11.2012 in Münster stattfinden.

20.10.11

Pressemitteilung

Bundeskonferenz PiA: Reform der Psychotherapeutenausbildung überfällig

Reform der Psychotherapeutenausbildung ist überfällig. Das stellte die 5. Bundeskonferenz der Psychotherapeuten in Ausbildung (Bundeskonferenz PiA) am 27. 9. in Berlin fest. „Zwei Probleme müssen dringend gelöst werden“, erklärte Robin Siegel, neuer Sprecher der Bundeskonferenz PiA.  
Erstens wird die klinische Arbeit während der praktischen Tätigkeit der PiA nach wie vor schlecht oder gar nicht bezahlt, obwohl eine qualitativ hochwertige Arbeit durchgeführt wird und eine exzellente Qualifikation erworben wird. Dieser Misstand muss dringend behoben werden. 
Zweitens sei nach der Umstellung der Studiengänge auf die Bachelor- und Mastersystematik nicht mehr klar, was angehende Psychotherapeuten an einer Universität oder Fachhochschule studieren müssen, um zu einer postgraduale Psychotherapeutenausbildung zugelassen zu werden. „Die Zahl der Studierenden in den neuen Studiengängen wächst rasant. Für sie brauchen wir konkrete und bundeseinheitliche Regelungen. Wir fordern daher eine baldige Klärung der Zugangsvoraussetzungen, die die bisherigen Zugänge ausgewogen berücksichtigt.“, so Siegel. 
Die Bundeskonferenz PiA ist das Treffen der Landessprecher der Psychologischen Psychotherapeuten in Ausbildung und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Ausbildung. Robin Siegel aus NRW wurde zum neuen Sprecher gewählt. Stuart Massey Skatulla (Hessen) und Wiebke Rappen (Bremen) wurden in ihren Ämtern als stellvertretende Sprecher für ein weiteres Jahr bestätigt.

Für die Bundeskonferenz  PiA,
Stuart Massey Skatulla, Wiebke Rappen, Robin Siegel

20.10.2011

Identität und Perspektiven der Bundeskonferenz PiA

Am 27.09.2011 fand in der BPtK Geschäftsstelle die 5. Bundeskonferenz PiA statt.

Dabei handelt es sich um das Treffen der LandessprecherInnen von Kinder- und
JugendlichenpsychotherapeutInnen in Ausbildung (KJPiA) und Psychologischen
PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PPiA). Es waren 18 PiA-Vertreter aus elf
Bundesländern anwesend. Zentrales Anliegen war eine Abstimmung über das
Selbstverständnis und die Weiterentwicklung der Bundeskonferenz PiA. Neben der
Sprecherwahl der Bundeskonferenz PiA stand die Diskussion über die Erarbeitung
eines Leitfadens der Bundeskonferenz PiA im Mittelpunkt.

Nach der Begrüßung informierten Herr Lehndorfer vom Vorstand der BPtK sowie die
Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle, Herr Klein-Heßling und Herr Schopohl, über
die aktuellen Entwicklungen des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes und der
Psychotherapieausbildungsreform. Sie gaben darüber hinaus auch einen Ausblick
auf momentane und künftige Einsatzgebiete für Psychotherapeuten. Die bisherige
Entwicklung der Bundeskonferenz PiA und die Zusammenarbeit wurden begrüßt.
Im Anschluss wurden die Einflussmöglichkeiten der Bundeskonferenz PiA sowie der
einzelnen LandesprecherInnen in ihren Bundesländern diskutiert. In diesem
Austausch wurde deutlich, welche Impulse von der Bundeskonferenz PiA bisher
ausgegangen sind und welche in Zukunft ausgehen können. Als Beispiele sei hier
die Mobilisierung von PiA´s zur Sensibilisierung von Bundestagsabgeordneten für die
dringend notwendige Nachbearbeitung des Versorgungsstrukturgesetzes genannt.
Außerdem wurden neueste Reaktionen der Medien zur prekären
Ausbildungssituation gesichtet und diskutiert.

Es bleibt ein Anliegen der Bundeskonferenz PiA, auf die weiterhin
höchstproblematischen Ausbildungsbedingungen aufmerksam zu machen. Aufgrund
der schwierigen Ausbildungssituation, insbesondere während der praktischen
Tätigkeit, die immer noch überwiegend schlecht oder gar nicht bezahlt wird, sollte
das Thema auch im Berufsstand sowie öffentlich weiter diskutiert werden. Darüber
hinaus wünscht sich die Bundeskonferenz PiA eine baldige und wohlwollende
Einigung bezüglich der Zugangsvoraussetzungen für eine künftige
psychotherapeutische Ausbildung, da immer mehr Studierende mit Master-Abschluss
konkreter Regelungen bedürfen.

Für das kommende Jahr wurde Robin Siegel (NRW-PP-VT) zum neuen Sprecher der
Bundeskonferenz PiA gewählt. Stuart Massey Skatulla (Hessen-KJP-TP) und Wiebke
Rappen (Bremen-PP-VT) wurden in ihren Ämtern als stellvertretende Sprecher für
ein weiteres Jahr bestätigt.
Die Verfahrensweisen und Ziele der Bundeskonferenz PiA sollen bis zur nächsten
Bundeskonferenz am 20. März 2012 verschriftlicht und dort gemeinsam abgestimmt
werden.

Für die Bundeskonferenz PiA,

Stuart Massey Skatulla,
Wiebke Rappen,
Robin Siegel.

15.05.11

Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer gewählt

18. Deutscher Psychotherapeutentag setzt auf Kompetenz und Kontinuität
Berlin, 14. Mai 2011: Der 18. Deutsche Psychotherapeutentag hat den bisherigen Vorstand
der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) erneut für vier Jahre in seinem Amt
bestätigt. Die deutsche Psychotherapeutenschaft entschied sich damit für Kompetenz
und Kontinuität in der Berufspolitik. Alter und neuer Präsident ist Prof. Dr. Rainer Richter.
„Unser Ziel ist eine bessere Versorgung psychisch kranker Menschen. Mit einer Reform
der Bedarfsplanung haben wir die Chance, monatelange Wartezeiten auf einen psychotherapeutischen
Behandlungsplatz zu verkürzen“, erklärt BPtK-Präsident Richter. „Wie
bereits in der letzten Amtsperiode werden wir uns zudem für eine Reform der Psychotherapeutenausbildung
einsetzen. Das deutsche Gesundheitssystem braucht qualifizierte
Psychotherapeuten. Wir sind daher überzeugt, dass wir gemeinsam mit der Bundes- und
Landespolitik Wege finden werden, das heute erreichte hohe Qualifikationsniveau weiter
zu sichern und für angehende Psychotherapeuten angemessene Ausbildungsbedingungen
zu schaffen.“ Als Vizepräsidenten wurden Monika Konitzer und Dr. Dietrich Munz und
als Beisitzer Andrea Mrazek, M.A., M.S., und Peter Lehndorfer wiedergewählt.

 

09.05.2011

Bericht zum 8. PiA-Forum NRW am 10. April 2011

Am 10. April 2011 fand in Münster das 8. PiA-Forum NRW statt. Zentral waren dabei sowohl inhaltliche Punkte, als auch die jährliche Neuwahl der LandessprecherInnen und des Sprechergremiums. Das Treffen findet seit 2008 zweimal jährlich statt, um den "PiAs" die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen, gemeinsame Interessen zu formulieren und ihre Sprecher zu wählen, welche z.B. gegenüber der Landes- und Bundespsychotherapeutenkammer (LPtK bzw. BPtK) die Interessen des Nachwuchses vertreten. Als Sprecher wurde Robin Siegel in seinem Amt bestätigt, auch Felix Jansen wurde als Stellvertreter wiedergewählt. Johannes Geuter wurde für die nicht mehr zur Wahl angetretene Judith Seha gewählt, die vor dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung steht. Das PiA Forum NRW bedankt sich bei Judith Seha für die erfolgreiche und konstruktive Arbeit in den vergangenen zwei Jahren. "Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit", sagte Robin Siegel, "unsere Interessengebiete ergänzen sich optimal. Wir wollen jetzt auch verstärkt über unsere Aktivitäten informieren, da im letzten Jahr viele wichtige Prozesse angestoßen wurden", so Siegel weiter.

Darüber hinaus wurde auch das beratende Sprechergremium neu besetzt, so dass den neuen Sprechern eine breite, inhaltliche Unterstützung zur Seite gestellt ist.

Inhaltlich standen Für und Wider einer Musterweiterbildungsordnung im Vordergrund. Diese könnte einerseits neue Qualitätsstandards in Weiterbildungen festschreiben, aber z.B. auch weitere Zugangshürden zu Teilen des Psychotherapeutenberufes schaffen. Letzteres sahen die InstitutssprecherInnen kritisch, führen doch die hohen Ausbildungskosten und die z.T. ganz fehlende Bezahlung schon heute zu einer erheblichen wirtschaftlichen Belastung des psychotherapeutischen Nachwuchses in NRW. Gerade auch vor diesem Hintergrund wurde der Gesetzesentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung grundsätzlich begrüßt und befürwortet, wenn auch weiterhin punktuelle Kritik, beispielsweise bei den Zugansvoraussetzungen, besteht. Den InstitutssprecherInnen NRW ist daran gelegen, diese Punkte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, auch wenn der Entwurf der BPtK dem  BMG bereits vorgelegt wurde.

Auf breite Zustimmung traf das Vorantreiben der dringend notwendigen Änderung der bestehenden Bedarfsplanung für Psychotherapie. Die SprecherInnen sind sich darin einig, dass die derzeitigen Strukturen einen krassen Missstand darstellen und somit eine adäquate und am tatsächlichen Bedarf orientierte Versorgung psychisch kranker Menschen nicht gewährleistet ist.

Hinsichtlich der Aufhebung der Befugniseinschränkungen wurde ebenfalls während des Forums diskutiert. Während die Befugnisse Einweisung in Kliniken, Notfalleinweisungen nach PsychKG sowie die Verordnung von Psychotherapie unterstützenden Heilmitteln als weitesgehend unstrittig gefordert wurden, konnte keine klare Position zur Ausstellung von AU-Bescheinigungen gefunden werden.

Auf einhellige Zustimmung traf hingegen die Empfehlung des 17. Bundespsychotherapeutentages, dass PiAs die Möglichkeit haben sollen Mitglieder der Landespsychotherapeutenkammern zu werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass NRW hier gegenüber anderen Bundesländern Nachholbedarf hat, wurde dieser Willensbekundung des Deutschen Psychotherapeutentages begrüßt, da dadurch auch die über 1000 in NRW angehenden PsychotherapeutInnen die Möglichkeit zur eigenen Interessensvertretung in der Landeskammer bekämen.

Das nächste PiA-Forum NRW wird voraussichtlich Anfang November stattfinden.

29.03.2011

Für einen gemeinsamen Beruf der Psychotherapeuten

4. Bundeskonferenz PiA am 22.03.2011 in Berlin

Am 22.03.2011 fand die 4. Bundeskonferenz der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) in Berlin statt. Es waren 15 PiA-Vertreter aus zehn Bundesländern anwesend. Zentrale Punkte der Diskussion waren die Reform der Psychotherapeutenausbildung, das neue Versorgungsgesetz (Reform der Bedarfsplanung), die Anträge zur Muster-Weiterbildungsordnung auf dem nächsten Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) sowie die zukünftige Einbindung der PiA in ihre jeweiligen Landespsychotherapeutenkammern (z. B. unterschiedliche Formen der Mitgliedschaft).

Bei den Wahlen der PiA-Sprecher wurde Florian Hänke in seinem Amt als Sprecher der Bundeskonferenz PiA bestätigt (13 Ja-Stimmen, eine Enthaltung; Berlin). Als stellvertretende Sprecher wurden Stuart Massey Skatulla (13 Ja-Stimmen, eine Enthaltung; Hessen) und Wiebke Rappen (13 Ja-Stimmen, eine Enthaltung; Bremen) gewählt. Die Bundeskonferenz PiA bedankt sich bei Judith Seha für ihr wertvolles Engagement im letzten Jahr.


Nach einem DPT-Beschluss aus dem vergangenen Jahr gibt es neben dem Sprecher der Bundskonferenz nun zwei gleichberechtigte stellvertretende Sprecher. Zudem trifft sich die Bundeskonferenz PiA nun zweimal jährlich. Die Bundeskonferenz PiA diskutierte aus diesem Grund darüber, wie das Gremium in Zukunft arbeiten soll, um die neuen Chancen zur Zusammenarbeit optimal zu nutzen. Geplant ist, zukünftig stärker in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen zu arbeiten.


In einem kurzen Bericht stellten die PiA-Sprecher fest, dass 2010 ein sehr arbeitsintensives und spannendes Jahr für die Bundes-PiA-Vertretung war und das Gremium zunehmend um Stellungnahmen gebeten wird. Auf dem 16. DPT wurde eine historische Entscheidung zur Reform der Psychotherapeutenausbildung getroffen. Die Bundeskonferenz PiA hatte sich für eine solche Reform ausgesprochen und ein Statement der Bundeskonferenz PiA an die Delegierten des DPT geschickt. Auf dem 17. DPT hatte die Bundeskonferenz PiA erstmals eigene Anträge erfolgreich eingebracht. Zurzeit verfolgt die Bundeskonferenz PiA gespannt die Gespräche zwischen den Hoch- und Fachhochschulvertretern der Bereiche Soziale Arbeit/Pädagogik mit dem Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer über die aktuellen Zulassungsvoraussetzungen zur Psychotherapeutenausbildung. Die Bundeskonferenz PiA bekräftigte, dass sie sich für einen gemeinsamen Beruf der Psychotherapeuten einsetzt, der psychologische sowie pädagogische Zugänge berücksichtigt. Zudem muss durch eine Reform in jedem Falle die psychotherapeutische Versorgung für Kinder und Jugendliche nachhaltig gesichert werden. Von berufspolitischen Ränken nahm die Bundes-PiA-Vertretung Abstand.

 

12.12.2010

Bericht zum 17. Deutschen Psychotherapeutentag: Deutscher Psychotherapeutentag stärkt die PiA-Bundeskonferenz und die Einbindung von PiA in die Psychotherapeutenkammern.

Am 13. November fand in Hannover der 17. Deutsche Psychotherapeuten-Tag statt. Neben einer ausführlichen Diskussion der Reform der Psychotherapeutenausbildung sind insbesondere zwei weitere Beschlüsse für PiA relevant, welche im Vorfeld ausführlich von der PiA-Bundeskonferenz vorbereitet und dann über PiA-Delegierte des DPT eingebracht wurden.
Der erste erfolgreiche Antrag diente einer Stärkung der PiA-Bundeskonferenz. Zum einen kann nun nach Rücksprache mit dem Vorstand der BPtK die PiA-Bundeskonferenz auch mehr als einmal pro Jahr stattfinden. Die dadurch entstehenden Kosten werden durch die Landeskammern und die BPtK getragen. Zum anderen werden nun zwei statt drei stellvertretende PiA-Sprecher durch die Bundeskonferenz gewählt. Diese beiden organisatorischen Verbesserungen waren aufgrund der hohen Arbeitsbelastung der PiA-Sprecher und zur Verbesserung eines besseren Austausches der bundesweit berufspolitisch aktiven PiAs notwendig geworden. Ein dritter Antragspunkt zur Einführung einer regelmäßigen Aufwandsentschädigung der PiA-Bundessprecher wurde aufgrund einer damit verbundenen notwendigen Satzungsänderung bereits am Vorabend des DPT von PiA-Seite zurückgezogen.
Der zweite PiA-Antrag betraf die Mitgliedschaft der PiAs in den Psychotherapeutenkammern. Hier gibt es aktuell bundesweit sehr unterschiedliche Regelungen. So haben PiAs in Hamburg und Baden-Wüttemberg einen Mitgliedsstatus mit sowohl aktivem als auch passivem Wahlrecht, während es beispielsweise in den Ländern der ostdeutschen Psychotherapeutenkammer noch keinerlei Mitgliedsmöglichkeit bzw. PiA-Vertretung gibt.
Der 17. Deutsche Psychotherapeutentag gab nun „seinem Wunsch Ausdruck, dass die PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) zukünftig Mitglieder in den Landespsychotherapeutenkammern werden. Die Vorstände und Delegierten der Landespsychotherapeutenkammern werden gebeten, sich für landesrechtliche Regelungen einzusetzen, die die Kammermit-gliedschaft von PiA ermöglichen. Der Mitgliedsbeitrag von PiA sollte mit Hinblick auf die schwierige Finanzierungssituation während der Ausbildung bis auf weiteres kostenfrei sein“.
Auch wenn die für die Landeskammern kein verbindlicher Beschluss zur Umsetzung einer allgemeinen PiA-Mitgliedschaft ist, da für die Mitgliedschaft in den Psychotherapeutenkammern, als Körperschaften des öffentlichen Rechts, die Heilberufsgesetze der Länder durch die jeweiligen Landesregierungen geändert werden müssten, so wird aber deutlich, in welche Richtung sich die Kammern einsetzen sollen.
Aus PiA-Sicht war der DPT also insgesamt sehr erfolgreich, da er sowohl die berufspolitische Vertretung als auch die Akzeptanz aller PiAs als potentielle gleichwertige Mitglieder der Kammern gestärkt hat.
Weitere Informationen im Bericht der BPtK

07.11.10

Bericht zum 7. PiA-Forum NRW

Am 07.11.10fand in den Räumlichkeiten der APP in Köln das 7. PiA-Forum NRW statt. Eingeladen waren alle Institutssprecher der Nordrheinwestfälischen Ausbildungsinstitute.
Im Bericht der PiA-Sprecher informierten diese die teilnehmenden Institutssprecher über Besuche und Inhalte verschiedener Veranstaltungen wie der PiA-Bundeskonferenz (Versammlung der PiA-Landesvertreter), der Psychotherapeutenkammer-Versammlung NRW sowie dem Ausbildungsgipfel in Berlin, an welchem Vertreter verschiedener Interessengruppen teilnahmen, um sich über den Gesetzesentwurf zur Psychotherapeutenausbildung auszutauschen. Weiter beinhaltete der Bericht den aktuellen Stand zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes innerhalb der Berufspolitik.
Im Anschluss folgte eine Diskussion zur Reform des Psychotherapeutengesetzes bzw. der Psychotherapieausbildung: Die beiden Themen Zugangsvoraussetzungen sowie die Frage nach ein oder zwei Berufen (für Erwachsene vs. Kinder und Jugendliche) wurden eingängig diskutiert. Weiter wurde festgestellt, dass die Bundesregierung derzeit der Novellierung leider keine Priorität einräumt, auch wenn die Notwendigkeit hierzu eingesehen wurde. Die Diskussion findet daher vorrangig innerhalb der Berufsgruppe der Psychotherapeuten statt. Im Forum selbst wurden anschließend die Praktische Tätigkeit 1 und die damit verbundenen, dringend notwendigen Verbesserungen (angemessene Vergütung, angemessene Begleitung, ausreichende Einarbeitungszeit sowie das Maß der zu tragenden Verantwortung) sowie der Austausch wichtiger Lernerfahrungen diskutiert ( wie z.B. arbeiten in einem interdisziplinären Team, zeitlich verantwortungsgerechte Übernahme von Verantwortung, Notwendigkeit eines eigenen Arbeitsplatzes).
Eine Debatte über die Schwierigkeit einen Kassensitz nach der Approbation zu bekommen war ein weiterer zentraler inhaltlicher Punkt des 7. PiA-Forums NRW. Diskutiert wurden  konkrete Möglichkeiten wie z.B. Jobsharing, Erwerb eines halben Kassensitzes, arbeiten im Angestelltenverhältnis oder die Abrechnung über das Kostenerstattungsverfahren. Weiter sprachen sich die Institutssprecher für eine verbesserte Vernetzung approbierter Psychotherapeuten aus, um das Problem brachliegender Kapazitäten im KV-System langfristig zu verringern. In diesem Zusammenhang wurde der Beschluss gefasst, dass die PiA-Sprecher NRW sich auf der nächsten PiA-Bundeskonferenz dafür einsetzen, dass diese nach ihren Möglichkeiten beim nächsten DPT (12.05.2011) beantragt, dass die BPtK sich stärker für das Aktivieren vorhandener  Kapazitäten im KV-System engagiert.
Ausführlichere Informationen zu den Inhalten sind im angehängten Protokoll zu finden:
Protokoll_des_7._PiA_Forum_NRW_am_7.11.2010_im_K_ln.pdf

18.05.2010

Bericht zur 3. PiA-Bundeskonferenz

Am 28.4.2010 fand in Berlin die 3. PiA-Bundeskonferenz statt. Die Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, die Sicherstellung einer angemessenen Vergütung der Tätigkeiten während der Ausbildung und die Schaffung eines gesicherten berufsrechtlichen Status hat für die PiAs z.Zt. die größte Priorität in der Debatte um die Reform der Psychotherapieausbildung.

Auf der PiA-Bundeskonferenz waren fast alle Bundesländer vertreten – viele sowohl mit einem PiA-Vertreter für die Psychologischen Psychotherapeuten als auch für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer wurde unter Zustimmung des Gremiums von einem PiA-Vertreter eines großen Ausbildungsinstituts vertreten, da die Kammer dort die Gründung einer PiA-Vertretung nicht zu unterstützen bereit ist, was scharf kritisiert wird.

Inhaltlich wurde nach einem Grußwort des Vorstands der BPTK und einem Bericht des bisherigen Sprechers der PiA-Bundeskonferenz Jürgen Tripp über die Frage der Reform der Psychotherapieausbildung und insbesondere über die Frage eines einheitlichen Berufs des "Psychotherapeuten" diskutiert. Die PiA-Bundeskonferenz hat über diesen Punkt intensiv diskutiert und empfiehlt, breite Zugangsvoraussetzungen auf Masterniveau für die Ausbildung vorzusehen.

Die PiA-Bundeskonferenz empfiehlt eine Novellierung des PsychThG und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung (PsychThG-APrV). Höchste Priorität hat für die PiAs dabei z.Zt. eine Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sowie eine angemessene Vergütung der Tätigkeiten während der Ausbildung. Die Praktische Tätigkeit sollte curricular ausgestaltet werden. Es wurde ein gemeinsames Statement der PiA-Bundeskonferenz zur Reform der Psychotherapieausbildung für den 16. Deutschen Psychotherapeutentag am 8.Mai in Berlin verfasst. (PiA_Statement_DPT.pdf)
Zum Sprecher der PiA-Bundeskonferenz wurde Florian Hänke (Berlin, PP) gewählt (13 Ja- Stimmen, 3 Enthaltungen, keine Gegenstimme). Zur Stellvertreterin wurde Judith Seha gewählt (NRW, KJP). Sie erhielt 14 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen und keiner Gegenstimme.
Die PiA-Bundeskonferenz bedankt sich bei dem bisherigen Sprecher der Bundeskonferenz, Jürgen Tripp, und seiner Stellvertreterin Christian Götze

Florian Hänke
PiA-Vertreter der Berliner Psychotherapeutenkammer
Sprecher der PiA-Bundeskonferenz

08.05.2010

Bericht zum 6. PiA-Forum NRW

Am 18.04.2010 fand in den Räumlichkeiten der APV in Münster das 6. PiA-Forum NRW statt. Eingeladen waren alle Institutssprecher der Nordrheinwestfälischen Ausbildungsinstitute. Neben dem Dauerthema der Reform der Psychotherapieausbildung stand die Übergabe von Kassensitzen auf der Tagesordnung. Hierzu gab es einen ausführlichen und informativen Vortrag von Herr Dittmann, Niederlassungsberater der KV-Westfalen-Lippe.
Herr Dittmann informierte zunächst über die Aufgaben und Ziele der KV. Danach stellte er verschiedene Einstiegsmöglichkeiten wie Job-Sharing, Kauf von halben Kassensitzen oder die Anstellung in einer Praxis vor. Es wurde deutlich, dass es auch im Bereich Westfalen-Lippe eine große Diskrepanz zwischen Abgebenden und Suchenden Psychotherapeuten gibt. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass niedergelassene Kollegen über neue Möglichkeiten bei der Weitergabe von Kassensitzen und Anstellungsmöglichkeiten von jungen Kollegen informiert werden.
Im Bericht der PiA-Sprecher NRW wurde schwerpunktmäßig auf die Diskussionsprozesse im Berufsstand hinsichtlich der Reform der Ausbildung im vergangenen Jahr eingegangen. Dieses Thema wurde in der anschließenden Diskussion vertieft. Dabei sprach sich das PiA-Forum erneut für einen Zugang auf Masterniveau, eine leistungsgerechte Vergütung, sowie die Einführung einer eingeschränkten Behandlungserlaubnis aus. Ein Meinungsbild wurde auch bezüglich der Überlegung einer einheitlichen Approbation erhoben. Auf der Grundlage des von der Bundespsychotherapeutenkammer vorgeschlagenen „common trunk“ Modells würde damit ein Beruf des Psychotheapeuten anstelle der Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten geschaffen. Tendenziell befürworteten die PiA das vorgeschlagene Modell.
In diesem Zusammenhang fand eine ausführliche Debatte über die Zugangsvoraussetzungen statt. Das PiA-Forum NRW konnte hierzu noch keine eindeutige Position formulieren.

Abschließend standen auch die Neuwahl des Sprechergremiums und der PiA-Sprecher NRW auf der Tagesordnung. In das neue Sprechergremium wurden Felix Jansen, Robin Siegel, Gudrun Kürten und Thomas Geldmacher (alle VT, PP), Sonja Loske und Claudia Groneick (TP/PA, PP), Judith Seha und Sonja Plassmann (VT, KJP), sowie Susanne Bockenheimer (TP/PA, KJP) gewählt. Robin Siegel und Judith Seha wurden als Sprecher und Stellvertreterin wiedergewählt. Allerdings konnte auch der Posten des 2. Stellvertreters wieder besetzt werden. Als 2. Stellvertreter wurde Felix Jansen gewählt. Das nächste Treffen wird voraussichtlich im Oktober/November 2010 stattfinden.

20.12.2009

Bericht zum 5. PiA-Forum NRW am 08.11.2009

Am 08.11.2009 fand in Bochum das 5. PiA-Forum NRW statt. Eingeladen waren alle Institutssprecher der nordrheinwestfälischen Ausbildungsinstitute (Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten). Insgesamt nahmen 18 InstitutssprecherInnen an dem Forum teil.
Nach einer Vorstellungsrunde berichteten die PiA-NRW Sprecher Robin Siegel und Eva Puschmann sowie Bundessprecher Jürgen Tripp über die Entwicklungen im vergangenen Jahr. Dies betraf insbesondere die Umsetzung der Abgabe halber Kassensitze, die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der KJP-Mindestquote sowie die geplante Neuregelung zum Eintritt in das Versorgungswerk der PTK NRW.
Als Gast nahm Cornelia Beeking, frühere stellvertretende PiA-NRW Sprecherin, an dem Forum teil. Sie ist seit der letzten Kammerwahl Vorstandsmitglied der Psychotherapeutenkammer NRW (PTK NRW). In einem spannenden Vortrag informierte sie über Ziele und Aufgaben der PTK NRW und rief die teilnehmenden Institutssprecher dazu auf, sich auch nach der Ausbildung weiterhin politisch in den Gremien der Selbstverwaltung zu engagieren. Ein weiteres zentrales Thema blieb, wie auch auf den vergangenen Tagungen, die Reform der Psychotherapieausbildung und die Diskussion rund um das Forschungsgutachten.
Neben den inhaltlichen Themen wurde eine neue stellvertretende PiA-NRW Sprecherin gewählt werden, da Eva Puschmann ihr Amt zur Wahl gestellt hat. Wir danken Eva Puschmann ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit und freuen uns, dass sie uns auch weiterhin im Sprechergremium erhalten bleibt. Als neue stellvertretende PiA-NRW Sprecherin wurde Judith Seha von der APV in Münster gewählt.
Das nächste PiA-Forum NRW wird voraussichtlich Ende März / Anfang April stattfinden.
 
Protokoll des 5. PiA-Forum 

24.07.2009

Kommentar zum Forschungsgutachten zur Ausbildung zum Psychologischem Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Seit dem 7. Mai 2009 ist das Forschungsgutachten zur Psychotherapieausbildung veröffentlicht. Von Seiten den Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) wurden einige Hoffnungen auf eine Verbesserung der aktuellen Ausbildungsbedingungen mit dem Gutachten verknüpft. Neben der umfangreichen statistischen Auswertung der erhobenen Daten, machen die Autoren des Gutachtens einige konkrete Vorschläge zur Umgestaltung der Ausbildungsbedingungen zu denen wir im Folgenden Stellung beziehen.
Die Ergebnisse des Gutachtens bestätigen eindrücklich, was viele PiA bereits seit langem kritisieren. Gut die Hälfte der PiA erhält für die Praktische Tätigkeit (PT) keine Vergütung, während die Kliniken durch den Einsatz der PiA eine teilweise deutliche Entlastung erfahren und mit der Regelung zur PT insgesamt zufrieden sind. Es wird deutlich, dass in den meisten Kliniken ein Ungleichgewicht zwischen Ausbildung, Arbeitstätigkeit und Vergütung besteht. So werden viele PiA als z. T. vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt, ohne eine ausreichende Einarbeitungszeit und Anleitung zu gewährleisten. Aufgrund des Ausbildungsstatus wird, trotz guter Arbeit, keine oder nur eine geringe Vergütung gezahlt, denn offiziell lernen PiA während dieser Zeit nur verschiedene Störungsbilder kennen, was das derzeitige Ziel der praktischen Tätigkeit betrifft.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten dieses Dilemma zu lösen. Zum einen können die Ziele angepasst werden. Dies bedeutet, dass PiA dann auch nach dem PsychThG bzw. der PsychAPrV nicht nur Störungen kennen lernen, sondern dass sie unter Anleitung und Supervision einen wichtigen Bestandteil eines multiprofessionellen Behandlungsteams in einer stationären Einrichtung darstellen. Eine zweite Möglichkeit besteht darin die realen Umstände der Zielsetzung anzupassen, d. h., dass tatsächlich nur verschiedene Störungen kennen gelernt werden ohne dabei selbstständig therapeutisch tätig zu sein.
Im Forschungsgutachten wird genau letztere Auffassung deutlich und konsequent weiter empfohlen. Hierzu passt die Verkürzung der PT auf 1200 Stunden bzw. 12 Monate, wovon nur noch 600 Stunden bzw. 6 Monate in einer psychiatrischen Klinik absolviert werden müssen. Mehr Zeit ist tatsächlich nicht notwendig, um diese Ziele zu erreichen. Passend hierzu wird die Einführung eines Curriculums gefordert, wodurch sichergestellt wird, dass jeder PiA, die entsprechenden Störungsbilder kennen lernt. Letztlich sind mit dieser Auffassung der PT auch die Vorschläge zur Finanzierung der Psychotherapieausbildung konform. Insbesondere das Bafög-Modell sowie das Darlehens-Modell zeigen auf, dass nicht die Arbeitstätigkeit der Ausbildungsteilnehmer vergütet wird, sondern die Ausbildung selbst. 
Diese Vorschläge wären – konsequent durchgeführt – durchaus in der Lage, die aktuelle Schieflage zwischen Zielen der PT, der tatsächlichen Arbeitstätigkeit und den finanziellen Problemen zu lösen, da sie Durchführung der PT den Zielen anpassen und eine Bafög-Finanzierung gewährleisten.
Auch wenn hierdurch eine finanzielle Sicherung ermöglicht würde, entspräche diese Lösung nicht der Forderung vieler PiA, wie sie z. B.  im Positionspapier der PiA-Vertretung NRW formuliert wird. Aus unserer Sicht wird hier viel Potential der PT bzw. einer praktischen Zeit in einer psychiatrischen Klinik im Rahmen der Ausbildung verschwendet. So wird durch die dann fehlende therapeutische Arbeit in diesem Ausbildungsabschnitt die starke Spezialisierung der Ausbildung auf die ambulante Therapie gestärkt, obwohl momentan fast die Hälfte der approbierten Kolleginnen und Kollegen in einem institutionellen Setting arbeiten und dies damit ein wichtiges Arbeitsfeld von zukünftigen Psychologischen Psychotherapeuten/Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PP/KJP) darstellt. Um auf eine stationäre Arbeit vorzubereiten, ist es wichtig, dass PiA auch im Rahmen ihrer Ausbildung tatsächlich in einer Klinik unter Anleitung und Supervision therapeutisch arbeiten. Dabei ist es absurd zu glauben, dass die Weiterbildungs­ermächtigungen der Chefärzte eine ausreichende Anleitung sicherstellt. Vielmehr müssen PP/KJP für diese Arbeit zuständig sein, denen ausreichende Kapazitäten zur Einarbeitung und Anleitung der PiA zur Verfügung stehen.
Die Arbeitstätigkeit der PiA muss darüber hinaus auf einer berufsrechtlichen Basis finanziell adäquat vergütet werden. Nur so können angehende Psychotherapeuten tatsächlich lernen, Therapiekonzepte in einem multiprofessionellen Team zu erstellen und durchzuführen. Dass PiA ausreichende Kompetenzen hierfür mitbringen, zeigen die Einschätzungen der Kliniken, welche die Arbeit der PiA sehr positiv bewerten. Das Meister-Bafög könnte dann eine Finanzierungsmöglichkeit über die PT hinaus bieten.
 
Hinsichtlich der Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung zum PP bzw. KJP wird im Forschungsgutachten das vorgestellte Common Trunk-Modell präferiert, das für beide Ausbildungsgänge gleiche Zugangsvoraussetzungen, sowie ein gemeinsames Curriculum in der ersten Hälfte der Ausbildung mit einem anschließenden Schwerpunktcurriculum vorsieht. Durch die Vorschläge der Gutachtenkommission erhalten auch pädagogische Studiengänge den Zugang zur Erwachsenenausbildung, vorausgesetzt sie implementieren ausreichend psychologische Inhalte in das Studium.
Positiv bei diesem Modell ist, dass bei abgeschlossener Ausbildung eine unaufwändigere Nach-Qualifizierung in der jeweils anderen Fachrichtung möglich wäre und dass es eine größere Nähe der Ausbildungskandidaten mit den unterschiedlichen Schwerpunkten und damit mehr Austauschmöglichkeiten, Vernetzung und Zusammenarbeit herstellen würde.
Problematisch könnte allerdings sein, dass viele nicht-psychologische Studiengänge die geforderten 150 ECTS nicht anbieten können und somit keine Zugangsmöglichkeit zur Ausbildung mehr darstellen würden. Neben einem Verlust der insbesondere im KJP-Bereich relevanten pädagogischen Kenntnisse könnte es hier durch den Rückgang qualifizierter Fachkräfte zu einem deutlichem Nachwuchsmangel kommen. Es wäre zu überlegen, in welchem Umfang Fachhochschulen psychologische Inhalte anbieten können und hier einen passenden Kompromiss hinsichtlich Höhe und Inhalt der definierten der ECTS zu finden.
Zu beachten ist dabei, dass durch die Definition der 150 ECTS mit psychologischen Inhalten nach diesen Vorschlägen nicht mehr die Art des Hochschulstudiums relevant ist, sondern die Inhalte, so dass sich unseres Erachtens auch die kritische Diskussion um den Zugang pädagogischer Grundberufe zur Erwachsenenausbildung größtenteils erübrigen würde. Damit auch Absolventen von Studiengängen, die diese Voraussetzungen nur teilweise erfüllen, die Ausbildung beginnen können, schlägt die Gutachterkommission das Nachholen von ECTS im Rahmen eines Propädeutikums vor. Auch wir bewerten diese Möglichkeit grundsätzlich positiv, merken jedoch kritisch an, dass die nachzuholenden ECTS wahrscheinlich durch angehende PiA bezahlt werden müssen, was eine weitere Verteuerung der Ausbildung mit sich bringt. Darüber hinaus ist zu diskutieren, welche Inhalte nachgeholt werden können. Insbesondere den Vorschlag der Gutachtenkommission, dass ein psychologisches Praktikum nicht nachgeholt werden kann, halten wir für sehr fragwürdig, mutet dies doch eher wie ein Stolperstein denn als Türe zur Ausbildung an.
Insgesamt erachten wir es als sinnvoll, dass bestimmte psychologische Studieninhalte als Zugangsvoraussetzungen für beide Ausbildungsformen definiert werden. Inhaltlich sollten alle anerkannten Schwerpunktrichtungen (VT, GT, TP, PA) hinreichend und zu gleichen Teilen berücksichtigt sein. Durch die vorab nachgewiesenen Kompetenzen in klinischer Psychologie, die Praktikumserfahrungen während des Studiums sowie die Erweiterung und Vertiefung der Fachkenntnisse mit Beginn der Ausbildung wird deutlich, dass PiA über ausreichende Kompetenzen verfügen, die eine therapeutische Arbeit unter Anleitung während der PT rechtfertigen.
Hinsichtlich der weiteren inhaltlichen Empfehlungen erscheint uns die Erhöhung der Selbsterfahrungsanteile unbedingt wünschenswert. Diese wird auch im Forschungsgutachten von den Teilnehmern einer Ausbildung mit Schwerpunkt Tiefenpsychologie/Psychoanalyse sehr positiv bewertet, während Teilnehmer einer Ausbildung mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie eine Erhöhung des Anteils wünschen.
Mit diesem Beitrag möchten wir zur konstruktiven Diskussion beitragen und wünschen uns, dass die Anregungen im weiteren Reformprozess Berücksichtigung finden werden.
Stellungnahme als PDF zum downloaden:
PiA-Vertretung_NRW_Stellungnahme_zum_Forschungsgutachten.pdf

08.05.09

Forschungsgutachten veröffentlicht!

Das vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebene Forschungsgutachten zur Psychotherapieausbildung ist von der Forschergruppe an das Gesundheitsministerium übergeben worden und ist nun auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums veröffentlicht. Es kann unter dem folgendem Link heruntergeladen werden:

Forschungsgutachten (externer Link)

15.04.09

Antwort der Bundesregierung auf kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei zur Psychotherapieausbildung

Die Bundestagsfraktion der Linkspartei hat in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung eine Reihe an Fragen zur Psychotherapieausbildung gestellt, die insbesondere den Charakter der Ausbildung, den Status der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) während der Ausbildung und die finanzielle Situation während der Ausbuildung betreffen.
Die kleine Anfrage mitsamt der Antworten der Bundesregierung ist unter diesem Link nachzulesen:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/124/1612401.pdf

07.04.2009

Bericht zum 4. PiA-Forum NRW

Am Sonntag, den 29. März fand zum vierten Mal das PIA-Forum NRW diesmal in den Räumlichkeiten des IPR-AKJP in Köln statt. Dies ist die Versammlung der gewählten PIA-Sprecher/innen aller Ausbildungsinstitute in NRW. Unterstützt wurde der Tag durch den Zweckverband der Ausbildungsinstitute NRW, welcher Getränke und Verpflegung sponserte. Neben organisatorischen Fragen und der Wahl eines neuen PiA-Sprechers standen inhaltlich die Finanzierung der praktischen Tätigkeit und die Mitgliedschaft im Versorgungswerk NRW im Vordergrund.
Bei der Wahl wurden Robin Siegel (PPIA, VT) als NRW-PiA-Sprecher, Jürgen Tripp (PPiA, VT) und Eva Puschmann (KJPiA, TP/PA) als stellvertretende NRW-PiA-Sprecher gewählt. Das neue NRW-Sprechergremium wird zusätzlich durch Heide Schweizer (PPiA, TP/PA), Sonja Loske (PPiA, TP/PA), Renate Münker (PPiA/TP/PA), Sussanne Bockenheimer (KJPiA, TP/PA), Alexandra Hütt (PPiA, VT), Judith Seha (KJPiA, VT) und Anne-Christin Hoge (KJPiA, VT) unterstützt.
Zu den beiden inhaltlichen Themen waren externe Experten eingeladen. So gab es zum einen Vortrag von Herrn Schmidt-Lafleur (Hauptgeschäftsführer des Versorgungswerkes NRW) und Herrn Hofmann (Vorsitzender des Verwaltungsrates des Versorgungswerkes NRW) um über die sehr komplexen Inhalte zu informieren. Ausgangspunkt für dieses Thema war, dass gerade der Berufseinstieg für PiA nach der Ausbildung durch die Pflichtmitgliedschaft u. a. in der Landespsychotherapeutenkammer und auch im Versorgungswerk NRW eine deutlich finanzielle Belastung darstellt.

Zum Thema Finanzierung der praktischen Tätigkeit waren Herr Schürmann, Mitglied der Kommission "Zukunft der Krankenhausversorgung" der BPtK und Frau Konitzer, Präsidentin der LPtK, zu Gast. Zunächst berichtete Herr Schürmann in einem Kurzreferat über die Schwierigkeiten während der praktischen Tätigkeit. Hierbei ging er insbesondere auf das Fehlen einer berufsrechtlichen Möglichkeit zur Ausübung von Heilkunde während der PT und die Wichtigkeit des Forschungsgutachtens zur Psychotherapieausbildung ein. Darüber hinaus wurden im Gremium über verschiedene Eingruppierungsmöglichkeiten diskutiert.

Da bereits während des Forums die Chancen durch die Übergabe von halben Kassensitzen angesprochen wurde, wurde dieses Thema ebenfalls kurz in der Abschlussdiskussion aufgegriffen. Hier wurde berichtet, dass es zwar seit dem 1.1.2009 die Möglichkeit gebe, halbe Kassensitze abzugeben. Hiermit seien jedoch einige juristische Schwierigkeiten und Probleme verbunden. Insofern müsse jetzt erst in den nächsten Wochen von Kolleginnen und Kollegen der Versuch gestartet werden, halbe Kassensitze abzugeben. Von Seiten der PiA-Institutsvertreter wurde geäußert, diese Möglichkeit stärker unter den niedergelassenen Kollegen bekannt zu machen, um dem Nachwuchs bessere Chancen in den Berufseinstieg zu ermöglichen. Frau Konitzer hat in diesem Zusammenhang ebenfalls angeboten, verstärkt aktiv zu werden, indem z.B. durch die Psychotherapeutenkammer NRW Veranstaltungen mit Suchenden und Abgebenden organisiert werden, da nun Leute anfangen müßten halbe Praxen verkaufen zu wollen.

Das nächste PiA-Forum NRW wird voraussichtlich Oktober/November 2009 stattfinden.

20.12.08

Keine Verbesserung der finanziellen Situation in der Praktischen Tätigkeit im Rahmen des Krankenhausfinanzierugsreformgesetzes (KHRG)

Am 18.12.08 wurde über das KHRG in zweiter Lesung im Bundestag abgestimmt. Das Gesetz wurde mit den Stimmen von CDU und SPD angenommen. Leider haben sich die Regierungsparteien geweigert die von vielen Psychotherapeuten in Ausbildung und auch psychotherapeutischen Berufsverbänden und Fachgesellschaften geforderten Regelungen zur Refinanzierung der Praktischen Tätigkeit in das Gesetz aufzunehmen. Ein von der Fraktion der Bündnisgrünen eingebrachter Entschließungsantrag, in welchem die Bundesregierung aufgefordert wird, bis März eine gesetzliche Regelung zur Vergütung der Praktischen Tätigkeit vorzulegen wurde ebenfalls mit der Mehrheit der CDU-SPD Koalition abgelehnt. Außer den Grünen stimmte die Linkspartei für den Entschließungsantrag. CDU und SPD verweisen in ihren Stellungnahmen darauf die Ergebnisse des Forschungsgutachtens abwarten zu wollen, bevor Änderungen an der Psychotherapieausbildung vorgenommen werden sollen.

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